Alle Einsatzbereiche
Markise für Wintergarten

Einsatzbereich

Markisen für Wintergarten

Ein Wintergarten ist im Winter eine Wohltat – im Sommer wird er ohne Beschattung zur Sauna. Bereits ab 60 Minuten direkter Sonneneinstrahlung steigt die Innentemperatur im unbeschatteten Wintergarten um 10–15 °C. Interne Rollos helfen kaum: Die Wärme entsteht bereits auf der Innenseite des Glases. Wirksam ist nur außenliegender Sonnenschutz.

Wintergartenmarkisen sind die technisch anspruchsvollste Markisenkategorie: horizontale oder leicht geneigte Beschattung großer Glasflächen, integrierte Führungsschienen, oft Kombination aus Dach- und Vertikalbeschattung. Diese Seite erklärt die Unterschiede zwischen Auf-Glas- und Unter-Glas-Montage, welche Systeme sich für welchen Wintergartentyp eignen und worauf Sie bei Auswahl und Wartung achten sollten.

Vorteile von Markisen für Wintergarten

  • Bis zu 90 % Reduzierung der Wärmestrahlung ins Innere
  • Wintergarten ganzjährig nutzbar statt Sauna-Effekt
  • Schutz für Pflanzen, Möbel und Bodenbeläge vor UV
  • Deutliche Reduktion der Klimatisierungskosten
  • Blendfreies Arbeiten und Wohnen unter Glas
  • Verlängert die Lebensdauer der Verglasung selbst

Welche Markisenarten eignen sich?

Vergleich der wichtigsten Bauformen für Wintergarten – jede mit ihren Stärken und Grenzen.

Wintergartenmarkise

Unverzichtbar für Wintergärten und große Glasdächer.

  • Schützt Glasflächen wirksam vor Aufheizung
  • Auf-Glas- oder Unter-Glas-Montage
  • Reduziert Klimatisierungskosten deutlich
  • Höherer Preis pro m²
  • Fachmontage zwingend

Unter-Glas-Markise

Alternative bei denkmalgeschützten Fassaden oder als Ergänzung.

  • Innenmontage – wettergeschützt
  • Günstiger als Auf-Glas
  • Sehr edle Optik
  • Wärme entsteht bereits am Glas
  • Weniger effektiv als Auf-Glas

Senkrechtmarkise

Für vertikale Fassadenflächen des Wintergartens.

  • Blend- und Sichtschutz
  • Windstabil (v. a. Zip-System)
  • Kombinierbar mit horizontaler Markise
  • Nur seitliche Sonne
  • Beeinträchtigt Ausblick

Ausführliche Informationen zu allen Bauformen finden Sie in der Markisenarten-Übersicht – oder direkt im Markisen-Konfigurator.

Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Größe & Ausfall

Die Beschattungsfläche sollte den zu schützenden Bereich um 30–50 cm überragen. Bei einem Ausfall über 3,50 m sind zwei Gelenkarme technisch am Limit – hier lohnt ein Blick auf Pergolasysteme.

Montage & Untergrund

Ziegel-, Beton- oder Kalksandstein-Wände tragen problemlos. Bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) sind spezielle Abstandhalter oder eine Verankerung in der tragenden Wand Pflicht.

Ausrichtung

Süd- und Westlagen brauchen kräftigere Tücher und windfestere Konstruktionen. Ostlagen kommen mit leichteren Ausführungen aus.

Windbelastung

Windwiderstandsklasse (2 = leicht, 3 = mittel) auf dem Datenblatt prüfen. Frei stehende Positionen brauchen mindestens Klasse 2, besser einen Windwächter.

Stoffqualität

Spinndüsengefärbtes Acryl (z. B. Sunbrella, Dickson Orchestra) ist lichtecht und robust. Preisdruck endet oft beim Tuch – hier lohnt sich Qualität am meisten.

Motor & Steuerung

Ein Motor ist heute Standard. Sinnvolle Ergänzungen: Windsensor (bei jeder ungeschützten Lage), Sonnensensor, LED-Beleuchtung.

Smart Home

Nachrüstbare Funkempfänger von Somfy io, Becker CentronicPlus oder KNX-Anbindungen ermöglichen App-Steuerung und Automationen.

Pflege

Bereits bei der Auswahl mitdenken: Kassettenmarkisen brauchen deutlich weniger Wartung als offene Systeme.

Kosten und Preise

Preisrahmen

2.500 – 12.000 €

Wintergartenmarkisen liegen preislich deutlich über normalen Terrassenmarkisen. Eine Auf-Glas-Markise für ein 4 × 3 m Glasdach startet bei ca. 3.500 €, aufwendige Kombinationen aus Dach- und Vertikalbeschattung erreichen 10.000–12.000 €.

Einflussfaktoren

  • Glasfläche und Dachneigung
  • Auf-Glas- vs. Unter-Glas-Montage
  • Anzahl Felder und Führungsschienen
  • Motor mit Sonnen-/Temperatursensor (dringend empfohlen)
  • Zugänglichkeit für die Montage (Gerüst)

Details zu Preisen, Angebotspositionen und Fördermitteln finden Sie im Kosten-Ratgeber.

Beliebte Hersteller

Warema

Deutscher Marktführer mit breitem Portfolio – von Gelenkarm bis Wintergartenmarkise. Bekannt für hohe Fertigungsqualität und lange Ersatzteilverfügbarkeit.

Markilux

Premium-Segment aus Emsdetten. Sehr hochwertige Tücher (SNC-Beschichtung), edles Design und starke Motorisierungsoptionen für anspruchsvolle Bauherren.

Weinor

Kölner Hersteller mit Fokus auf Terrassendächer, Pergolen und klassische Kassettenmarkisen. Großes Fachhändlernetz in Deutschland.

Brustor

Belgischer Spezialist für Pergola- und Lamellendächer. Interessant, wenn Regenschutz und großzügige Beschattung im Vordergrund stehen.

Lewens

Solide Mittelklasse aus Nordrhein-Westfalen. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, breite Auswahl an Gelenkarm- und Kassettenmarkisen.

Häufige Fehler beim Kauf

  • 1.Unter-Glas-Markise gewählt, obwohl Auf-Glas nötig gewesen wäre
  • 2.Falsche Dachneigung – Wasser läuft nicht ab, Schmutzansammlung
  • 3.Keine Sonnenautomatik – Innentemperatur steigt trotzdem
  • 4.Windwächter vergessen bei freistehendem Glasdach
  • 5.Zu dunkles Tuch – Wintergarten wird optisch bedrückend
  • 6.Führungsschienen nicht mit Wintergartenprofil abgestimmt
  • 7.Wartungsintervalle unterschätzt (staubempfindliche Mechanik)
  • 8.Kein Schrägbeschattung bei tief stehender Wintersonne

Pflege und Wartung

Passende Ratgeber:

Häufige Fragen

Warum reichen innenliegende Rollos im Wintergarten nicht?+

Weil die Sonnenenergie das Glas bereits durchdrungen hat, wenn sie auf das Rollo trifft. Rund 80 % der Wärme bleiben trotzdem im Raum. Nur außenliegende Beschattung stoppt die Aufheizung effektiv.

Was kostet eine Wintergartenmarkise?+

Zwischen 2.500 € (kleines Modell, Unter-Glas) und 12.000 € (großes Auf-Glas-System mit Dach- und Vertikalkombination).

Was ist der Unterschied zwischen Auf-Glas- und Unter-Glas-Montage?+

Auf-Glas-Markisen liegen außen auf dem Glasdach und blockieren die Wärmestrahlung bevor sie das Glas erreicht – wirksamer, aber teurer. Unter-Glas-Markisen hängen innen und sind wettergeschützt, aber weniger effektiv.

Wie hoch ist die Wärmereduktion?+

Hochwertige Auf-Glas-Markisen mit reflektierendem Tuch reduzieren die eintretende Wärme um bis zu 90 %.

Kann ich eine Wintergartenmarkise nachrüsten?+

Ja, in den meisten Fällen. Voraussetzung ist ein tragfähiges Wintergartenprofil oder eine ergänzende Trägerkonstruktion.

Wie oft muss man das Tuch reinigen?+

Ein bis zwei Mal jährlich. Bei Auf-Glas-Montage sammelt sich mehr Laub und Vogelkot – häufiger prüfen.

Ist eine Automatik sinnvoll?+

Unbedingt. Ein Sonnen-/Temperatursensor fährt die Markise rechtzeitig aus, bevor der Wintergarten überhitzt – auch wenn niemand zu Hause ist.

Wie windstabil sind Auf-Glas-Markisen?+

Mit Führungsschienen erreichen sie sehr gute Werte (Klasse 3). Ein Windsensor gehört zum Standard.

Ist eine Wintergartenmarkise förderfähig?+

Als Teil energetischer Sanierungsmaßnahmen teilweise ja (KfW, BAFA). Siehe Kostenratgeber.

Wie lange dauert die Montage?+

Je nach Größe 1–3 Tage. Bei Auf-Glas-Systemen ist meist ein Gerüst nötig.

Markisenanbieter für Wintergarten finden

Vergleichen Sie regionale Fachbetriebe, lesen Sie echte Bewertungen und fordern Sie kostenlos Angebote an.

Fachbetriebe nach Stadt